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 From the other side of "The Wall"

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diddi

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PostSubject: From the other side of "The Wall"   Sat Oct 03, 2009 10:38 am

Passend zum gesamtdeutschen "Tag der blühenden Landschaften" mal Aufnahmen von einer Gesellschaft, die wie eine Primel einging..

Ich habe diesen Beitrag zwar schon auf dem netten, kleinen CGN-Info Forum vor einiger Zeit eingestellt , aber genießt die Bilder einfach!

Da auch in der DDR eine Deutsche Lufthansa bestand, kam es natürlich zu Streitigkeiten, wer denn den Warennamen
zu Recht führen durfte. Nach einigem Hick-Hack obsiegte schließlich die Lufthansa (West). Demzufolge wurde in der
damaligen "SBZ" am 1.8.1963 die Interflug (Gesellschaft für internationalen Flugverkehr) gegründet, die etwas später die Iljushin IL-14
und IL-18 der Ost-Lufthansa übernahm.Geflogen wurde in Mischbemalung, LH Farben und Interflug Aufschrift (war vor meiner
Zeit, da durfte man in Schönefeld nichts machen). Später wurde eine -natürlich in freundlichem Rot gehaltene- eigene
Bemalung eingeführt. Anfangs wurden sogar Inlanddienste unterhalten nach Dresden, Erfurt und der Saisonverkehr nach
Barth an der Ostsee. Die umliegenden sozialistischen Bruderstaaten (nicht Freundesstaaten, da man sich Freunde
aussuchen kann, Verwandte aber nicht) wurden mit AN-24 bedient, Moskau natürlich mit IL-62.

Aber kommen wir zum Bildteil:

Mein erster Besuch in Schönefeld fand im April 1975 statt. Damals erlaubte das Visum zur Einreise den Aufenthalt im gesamten
Staatsgebiet der DDR, davor galt es nur für einen bestimmten Bezirk. Schönefeld liegt übrigens nur zu einem geringen
Teil in Ostberlin (Anflug), weswegen die westberliner Kollegen regelmäßig Ärger auf der Terrasse bekamen..
Aber ich schweife ab. Hier eine Antonov AN-24, geparkt vor dem Hotel der Republik im Hintergrund.




Eine andere AN-24, wie sie vom alten Barackenterminal zur Startbahn rollt. Meistens hatte man mit Gegenlicht zu kämpfen,
auch die schöne Terasse auf dem kurze Zeit später eröffneten neuen Terminal bot einen Blick nach Süden. Die AN-24
wurden später an die Vietnam Airlines verkauft.




Hier die einzige Iljushin IL-14, die ich erwischte. Sie trug orange-rot, da sie als Navaidsinspection-Flieger benutzt wurde,
nachdem sie außer Dienst gestellt wurde. Leider ziemlich weit weg abgestellt.




Etwa ein Drittel der Flotte war aktiv, ein Dritten stand vor den im Südteil gelegenen Hallen herum und der Rest war in Marxwalde,
dem heutigen Neuhardenberg, wo das MfS sein Quartier hatte und die Regierungsstaffel untergebracht war. Hier wird eine
Iljushin IL-18 nachmittags vorbeigezogen.




Vor dem Regierungsgebäude waren häufig Flieger abgestellt, hier die DM-STP, die später grau umbemalt wurde und
die Nachfolge der IL-14 DM-SAL antrat.




Eine TU-134 mit Radarnase auf dem Weg zum Abstellplatz. Die ersten TU-134 hatten ein Glashaus als Nase. Hinten sieht
man die Hangars.




Später, als die Terasse auf dem Terminal eröffnet wurde, bot sich diese Aussicht, im Hintergrund die Verwaltung
und Schulung.




Dieser Kodachrome II war farblich damals wirklich unschlagbar! Warmes Abendlicht auf einer Glasnasen TU-134, man beachte
das "highly sophisticated ground-equipment"




ORWO-Chrome Film aus der DDR, es war immer spannend, welchen Farbstich er diesmal hatte. Hier eine Iljushin IL-62




Da hat mein 135mm Objektiv genau gepasst! Nichts war mit Zoom, Autofocus und Autobelichtung damals...




Nochmal, weil es so schön ist!




Staatsbesuch aus der VDRJ! Ich musste bei einem TRAPO (=Transportpolizist)
nachfragen, jawoll, ein Besuch aus der
Volksdemokratischen Republik Jemen, jawoll, Sie dürfen Fotos machen! Danke!! Jede Menge Jubelelemente, nachher
hatten wir schon Winkelemente (=rote und DDR-Fähnchen) in unseren Rucksack gesteckt gekriegt.




Freitag ab eins macht jeder seins! Dieser beliebte Ostspruch scheint auch für die Interflug Gültigkeit gehabt zu haben.
Nettes inaktives Line-up.



Und nochmal ein Blick von der Terasse, am meisten habe ich mich über die von UTA geleaste DC-8-62 der LAM gefreut.
Die LAM stellte den wöchentlichen Kurs dann auf DC-10 um, IF beflog die Strecke nur alle 14 Tage Abflug
Donnerstags, 20.15 Uhr, wenn man dem ABC World Airways Guide vom Juni 1986 glauben darf.




Nochmal eine graunasen TU-134




Der Dienst nach Havanna wurde mangels Reichweite der IL-62 mit Tankstopp in Kanada bedient. Demzufolge war das Stück
Gander-Havanna oft nicht mehr so gut ausgelastet wie das Teilstück Berlin-Gander. Die DDR musste für jeden Bürger,
der es vorzog in Kanada zu bleiben, ein schönes Sümmchen an die kanadische Regierung entrichten. Durch tatkräftigen
Einsatz eines unerreicht erfolgreichen bayerischen Ministerpräsidenten, der auch bei Airbus tätig war, konnte die
Interflug trotz COCOM-Liste drei A-310 erwerben. In den Achtzigern war das Landeskennzeichen von DM (klang doch gut, oder?)
auf DDR geändert worden. So erhielten die A-310 die Kennzeichen DDR-ABA bis -ABC. Hier wurde wohl an die Tradition
angeknüpft, denn die ersten IL-14 der Ost-Lufthansa trugen genau diese Kennzeichen (so ab Juli 1955). Warum
damals von DDR- auf DM- umgeändert wurde, weiß ich nicht, es kann aber sein, dass 3 Stellen als Länderkennzeichen
damals nicht möglich war.(außer CCCP- natürlich)




Hier der dritte A-310 in Frankfurt. Nach der Wende war ja Kuba, Maputo, Lagos, Brazzaville,Hanoi und so auch keine
besonders angesagte Gegend mehr , jetzt lockte der Westen. Die A-310 wurden deshald an Condor vermietet und flogen
auf Urlaubsflügen hauptsächlich ab FRA in die kapitalistisch-dekadenten Reiseziele...




Wehe wehe, wenn ich auf das Ende sehe... Lange hielt sich die IF nicht, sie wurde abgewickelt wie so Vieles aus der
"Ehemaligen". Vielleicht hätte sie nicht bestehen können, auch das Vorhaben "Intercondor" wurde aus verschiedenen (??)
Gründen nicht realisiert, vielleicht hätte sie überlebt. Die Busse gingen an die Flugbereitschaft, die TU-134 und die IL-62
an die GUS und zurück bleibt ein fader Geschmack.

Der übliche Buchtipp: K.D. Seifert, Weg und Absturz der Interflug, Brandenburgisches Verlagshaus. Gut und interessant.

Dann gibt es noch mehrere großformatige Bände über die Luftfahrt in der DDR. Sind auch zu empfehlen.

ABER:
Dann gibt es noch ein Machwerk über die IF, Kleinformat. Meine Herztropfen!
Da lauert ja der Klassenfeind noch hinter jedem Berg,
und die Bonner Revanchisten, Revisionisten und Ultras sind immer noch aktiv! Titel hab ich vergessen, bin auch zu faul,
dass OPUS im Regal zu suchen...

Soweit die Erleuchtungen über die andere Seite der Mauer. Schönefeld trug seinen Namen zu Recht, und geärgert
haben mich die Staatsorgane beim Fotographieren eigentlich auch nie!!

Bis demnächst, jetzt hol ich mir ein Radeberger aus dem Kühlschrank und stoße auf die Interflug an und bin ein bisschen traurig....
(nein, ich habe den Oskar trotzdem nicht gewählt!).
Diddi
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Gast
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PostSubject: Re: From the other side of "The Wall"   Sat Oct 03, 2009 12:42 pm

Da fühl ich mich doch auch gleich wieder zu einigen Qualitätsscans animiert. Im Gegensatz zu unserem Diddi kenne ich die DDR nicht mehr persönlich. Mein Erstbesuch in Berlin fand am 16.11.1990 im zarten Alter von 16 Jahren statt. Da war die DDR bereits 6 Wochen eingstampft und ein Mann aus der Pfalz verkaufte noch seine Meinung, dass die Einheit in den noch folgenden 4 Jahren und 46 Wochen (6 Wochen von den anvisierten 5 Jahren waren ja schon vorbei) vollkommen vollendet sei. Die Antwort auf die Frage, wie er darauf kam, blieb er schuldig. Seine Partei jedenfalls ignorierte den Wartburg- und Trabantenstaat stets. Diese Lüge allerdings verhalf ihm zu acht weiteren herrlichen Kanzlerjahren bei Weck, Worscht Saumagen und Woi. Auch 1990 wollte niemand Onkel Oskar aus Saarbrücken wählen. Komisch eigentlich, denn Erich Honecker kam ja auch aus dem Saarland.......


Zuerst einmal eine Interflug Il-62, die auch mal nach Frankfurt durfte, aber es war ja seit 10 Tagen vollkommen legal. Die D-AOAH holte am 17.10.1990 Musiker ab, die nach Hause wollten. Sie kamen einige Tage zuvor mit der D-AOAN. Ich glaube, es waren die Berliner Philharmoniker oder evtl. auch das exDDR-Staatsorchester. Nix genaues waß mer net (mehr).


Bei meinem ersten Besuch am 16.11.1990 wurde etwas gelaufen und ein paar Ecken vom Flughafen entfernt stand die DDR-SEC. Sie war da schon eine Leiche und wurde als Kabinentrainer verwendet. Der Plattenbau im Hintergrund ist natürlich auch fantastisch. Wer hätte nicht gerne so eine Aussicht von seinem Balkon? Alte Flieger wurden damals gerne zwecks Darstellung der sozialistischen Hochleistung und Stärke ausgestellt. Man kann auch eine meiner Lieblingsausstattungen an der Il-62 sehen: Das Heckstützrad. Hierzu gibts auch einen Link: http://www.interflug.biz/ddr-sec_2.htm


Am 29.06.1991 stand der nächste Berlin-Ausflug an. Damals war die Interflug schon abgewickelt. Die Abwicklung stand zum 30.04.1991 an. Die D-AOBH steht hier in der Hospizecke.


Am 31.08.1991 sollte dann auch endlich mal das Wetter mitspielen. Die D-AOAP wartet hier schon auf ihr Schicksal, dass später bei BerLine ja noch etwas weiter gehen durfte.


Diese hier wartet ebenfalls am 31.08.1991 auf Abholung. Das Kennzeichen hatte man schon auf CCCP-65614 geändert. An der Stelle, wo man den Zaun sieh steht heute der Terminalanbau, an dem Ryanair mit Vorliebe steht. Herr O´Leary mag es offenbar nostalgisch, denn wer mit FR schon von HHN nach SXF geflogen ist, weiß, dass sich unter den Paxen überwiegend Arbeiter und Bauern befinden.

Den Namen Interflug hatte sich damals eine türkisch-deutsche Reisefirma aus Hamburg inkl. dem Logo gesichert, die 2005 pleite ging und viele Urlauber in der Türkei verzweifeln ließ. Mittlerweile gehören Namen und Logo wieder einem Reiseveranstalter aus Hamburg, deren Chef zufälligerweise den gleichen Namen wie der der Pleitefirma hat.

Zum Abschluss noch ein Gruß an alle die, die mir damals immer sagten "Was willsten in Berlin? Da gibts ja nix!" Auch das sieht 18 - 19 Jahre später ganz anders aus! Gelllll?????
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diddi

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PostSubject: Re: From the other side of "The Wall"   Sat Oct 03, 2009 1:21 pm

Das mit den Musikern erinnert an den DDR-Witz: Was ist ein Trio? Das Gewandhausorchester nach einer Kanadatour! Shocked
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Whisperjet

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PostSubject: Re: From the other side of "The Wall"   Sun Oct 04, 2009 11:32 am

Marschflugkörper wrote:

Zum Abschluss noch ein Gruß an alle die, die mir damals immer sagten "Was willsten in Berlin? Da gibts ja nix!" Auch das sieht 18 - 19 Jahre später ganz anders aus! Gelllll?????

Ich kann mir gut vorstellen, dass ich zu diesen Leuten gehörte...

Natürlich war es ein Fehler, zu der Zeit nicht nach Berlin zu fahren. Aber wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muß nehmen was übrig bleibt. Und zum Glück haben ja einige Interflug-Flieger überlebt. Hier eine kleine Zusammenstellung (man verzeihe mir die falsche Kategorie, aber passt hier gerade thematisch):

IL-62 DDR-SEG in Stölln (Juli 2006)


IL-62 DDR-SEC als "DM-SEC" in Merseburg...nicht mehr ganz im Originalzustand (Juli 2006)


TU-134 DDR-SCK in Hermeskeil (April 2004)


TU-134 DDR-SCH in Finow (Juli 2006)


TU-134 DDR-SCF in Leipzig (Juli 2006)


TU-134 DDR-SCZ in Merseburg (Juli 2006)


IL-18 DDR-STE in Borkheide (Juli 2006)


IL-18 DDR-STH in Hermeskeil (April 2004)


IL-18 DDR-STB in Leipzig (Juli 2006)


Il-18 ex DDR-STG in Erfurt...auch nicht mehr ganz Interflug (Juli 2006)


Weitere IF-Jets, die überlebt haben:

IL-62 DDR-SEF in Leipzig
TU-134 DDR-SCB in Magdeburg
IL-14 DM-SAB in Cämmerswalde


Last edited by Whisperjet on Thu Oct 08, 2009 11:25 pm; edited 1 time in total
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L188



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PostSubject: Re: From the other side of "The Wall"   Sun Oct 04, 2009 7:43 pm

Hier die TU134 aus Magdeburg und die IL14 aus Cämmerswalde, Aufnahmen alle im Mai 2009:





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diddi

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PostSubject: Re: From the other side of "The Wall"   Sun Oct 04, 2009 8:20 pm

Das Teil links von der DDR-SAB sieht aus wie die erste sozialistische deutsche Volksrakete!
Keene Butter, keene Sahne, aba uff`m Mond ne Fahne..
Wünsche guten West-Empfang,
Diddi
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Rainer



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PostSubject: Re: From the other side of "The Wall"   Mon Oct 05, 2009 8:37 am

Hallo Didi,

in Deinem Bericht über IF und SXF sind sehr viele sachliche Fehler.

Ich will nur was zur Registration DDR sagen. Ab Ende der 70 er Jahre wurde der Landeskenner Y2..Y9 der DDR zugewiesen. Da diese Kennung
den oberen Herren nicht passte wurde das Recht erkauft, DDR äußerlich zu nutzen.

In amtlichen Dokumenten ( Bordbüchern usw.) und im Sprechverkehr wurde aber immer Y4 benutzt.

Meines Wissens nach gibt es nach der Einheit das Band Y2..Y9 und DA ...DR immer noch für Deutschland

Rainer
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diddi

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PostSubject: Re: From the other side of "The Wall"   Mon Oct 05, 2009 6:18 pm

da muss sich schon Kodak um einige Jährchen Vertan haben auf dem Datumsstempel!
Und die LAM DC-8 ist bestimmt nicht in den Siebzigern nach SXF gekommen!
Also muss DM bis Ende 81/Anfang 82 benutzt worden sein, bin jetzt auch zu faul, daas exakte Datum nachzusehen.
Und was das mit dem Y Band soll, ist mir schleierhaft. Was nutzt hier ein Länderkennzeichen, wenn es nicht draufsteht??
Mach`s doch besser, lieber Rainer...
Diddi
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